Flying Hoppers auf Sizilien – 24. bis 26. Oktober 2025

Published: Sunday, 09 November 2025 Written by Nathi Aufranc

Die Reise, die als «Extended Version» in die Geschichtsbücher eingehen wird: Für den Preis einer Dreitagesreise gibt es eine Stunde extra, quasi eine Bonusstunde

Countdown, 13 Tage vor der Abreise: Mailversand des definitiven Reiseprogramms durch Stefan an alle Teilnehmer. Sieben Tage vor der Abreise: Fedor erstellt eine «Sizilien-Whatsapp-Gruppe» und kündigt darin an, bereits ein Restaurant für den Freitagabend gebucht zu haben. Die Umfrage zum Menu folge. Wolfgang schreibt postwendend zurück. Trikotfrage? Äh, was hat das mit dem Essen zu tun? Sechs Tage vor der Abreise: Die angekündigte Menu-Umfrage ist da. Vier Tage vor der Abreise: Die Menu-Umfrage ist komplett. Ansonsten ist es ruhig in der Sizilien-Gruppe. Ruhe vor dem grossen Sturm? Einen Tag vor der Abreise: Bordkarten trudeln per SMS ein. Es kann losgehen!

Am Freitagmorgen, 24. Oktober 2025, hebt die Swiss in den noch dunklen Nachthimmel ab, Richtung Palermo. Der Flug dauert nur knapp zwei Stunden und für Silvina, Katrin und Nathi gibt es aus der Businessclass je ein Glas Champagner, offeriert von Guido, der dort ganz alleine hockt. Nach der Landung ist Reini ziemlich schnell an ein Örtchen verschwunden, ein «Problem» lösen. An der Gepäckausgabe spricht ein Fremder Bruno auf seine goldene Armbanduhr an. Ob dies eine Rolex oder Breitling sei. Bruno antwortet dem verblüfften Mann, dass dies eine Swatch sei, vor ca. 30 Jahren als Student in Basel gekauft. Nathi hat wie immer einen grossen Koffer dabei. Sie wird von einigen Teilnehmern darauf angesprochen. Ob denn darin ein kleiner Italiener als Souvenir Platz habe. Den wahren Grund für den grossen Koffer werden die Sizilien-Reisenden noch erfahren.

Das Hotel Politeama im Herzen Palermos ist noch nicht für alle bezugsbereit, deshalb geht man in einzelnen Gruppen in die Stadt, um sich mit gutem Essen, Wein und Kaffee zu stärken. Nach dem Hotelbezug am Nachmittag geht es direkt weiter zum Veloladen in der Altstadt, um sich mit Velos und Audiogeräten ausstatten zu lassen. Der Tourguide ist Lucia, in Begleitung von Giuseppe, der den Besenwagen hinter der Gruppe bildet. Lucia wird während der Velotour immer mal wieder Giuseppe über das Audiosystem suchen. Die Tour selbst gestaltet sich als recht anstrengend, weil Lucia ohne Punkt und Komma spricht und immer weiterfährt. Der hintere Teil der Gruppe bekommt jeweils nicht mit, von welchem Gebäude die Rede ist. Ein paar Details sind trotz erschwerten Bedingungen hängengeblieben: Palermo ist die Mitte Europas und ist 800 vor Christi Geburt durch die Phönizier gegründet worden. Die Sizilianer zählen sich nicht zu den Italienern. Die Häuser direkt am Meer sind auf Festungsmauern gebaut. Diese dienten den Bewohnern im 15. Jahrhundert als Schutz vor den Piraten. Bevor es weiter an die Uferpromenade geht, gibt es eine kleine Stärkung für die Flying Hoppers in Form von Streetfood: Panelle (kleine, frittierte Fladen aus Kichererbsen) und Arancini (sizilianische Reisbällchen). Am Meer können die Teilnehmer einen wunderschönen Blick zurück Richtung Stadt sowie auf die Mole, an der Kreuzfahrt- und Fährschiffe anlegen, werfen. Der Hafenbereich ist erst vor Kurzem restauriert worden und präsentiert sich sehr modern. Wirft man einen weiteren Blick zurück, sieht man an der Stirnseite des Istituto Nautico Gioeni-Trabia ein Wandbild der Mafia-Jäger (Richter) Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, die beide 1992 bei einem Attentat ums Leben gekommen sind. Die Schutzpatronin «Die Heilige Rosalia» hat Palermo von der Pest gerettet. Aus diesem Grund wird gesagt, dass Palermo «eine Frau» sei. In der Nähe des alten Hafens La Cala liegt die Piazza Marina mit dem grossen Park Giardino Garibaldi. Die sich darin befindlichen Bäume sind gewaltig gross. Der Park wird von etlichen historischen Gebäuden (u.a. ein früheres Gefängnis) umrahmt. Zurück Richtung Stadt erblickt man das Theater Politeama, welches im Stil des Neoklassizismus erbaut wurde. Das Gebäude liegt übrigens direkt vis à vis des namensgebenden Hotels, in dem die Flying Hoppers nächtigen. Als nächstes Highlight folgt das Teatro Massimo, Palermos Opernhaus. Gegenüber einer Polizeistation befindet sich die Wall of Legality. Ein Mural mit bunten Portraits von Menschen, die sich im Kampf gegen die Mafia eingesetzt haben. Den Schlusspunkt setzt ein kurzer Besuch der Kathedrale von Palermo (Santa Maria Assunta), ein wunderschönes Bauwerk aus verschiedenen Baustilen. Die Kathedrale befindet sich im historischen Zentrum von Palermo, an einer der ältesten Strassen der Stadt. Mit einer Länge von über 130 Metern und einer Breite von ungefähr 40 Metern ist sie eine der markantesten Gebäude von Palermo. Die Velotour endet nach gut zweieinhalb Stunden am Ausgangspunkt. In der Bar gegenüber des Veloverleihs genehmigen sich die Flying Hoppers einen Apéro.

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel geht es zu Fuss direkt weiter ins Restaurant Sikulo. Der Apéro wird bei immer noch angenehmen Temperaturen vor dem Restaurant eingenommen. Fedor stösst dabei mit der Restaurantmanagerin an, mit der er im Vorfeld im Zuge der Menuauswahl Kontakt hatte. Prompt geht ihr Glas zu Bruch. Zu viel Temperament?

Das Menu ist ein Potpourri aus sizilianischen Köstlichkeiten. Das typische Dessert Cannolo (Crèmerolle mit Ricottafüllung, umhüllt von einer frittierten, knusprigen Waffel) bleibt leider fast unangerührt auf den Tellern liegen, weil alle pappsatt sind. Das Essen ist aus der Flying Hoppers-Reisekasse finanziert worden. Weil ein kleiner Absacker immer geht, sind fast alle dabei, um auf der Rooftop-Bar des Hotels den Abend ausklingen zu lassen.

Der Samstag, 25. Oktober 2025, startet mit einem reichhaltigen Zmorgebuffet und schlecht gelaunten Kellnern. Nachdem alle parat sind, geht es mit dem Car, der die nächsten zwei Tage ein treuer Begleiter sind wird, los Richtung Catania. Die Fahrt dauert ca. zweieinhalb Stunden. Kurz vor Catania sieht man den Ätna in voller Pracht. Zum Glück ist er seit der letzten Aktivität im Juni 2025 ruhig. Der Carchauffeur, Nino, manövriert sein Gefährt durch die engen Strassen Catanias direkt vor das B&B Hotel, in dem die Flying Hoppers übernachten werden. Für diese Aktion muss der Chauffeur viel Gehupe von wütenden Autofahrern in Kauf nehmen, da während des Ausladens der Koffer nichts mehr geht.

Die Stadt wird, bis es Zeit wird, um zum Hockeyplatz zu fahren, in kleineren Gruppen erkundet. Es wird in feinen Restaurants gegessen, diskutiert und gelacht. Andere versuchen, Geschenke für die Daheimgebliebenen zu finden.

Gegen 18 Uhr treffen die Hockeyspieler, der Coach Fedor, der Schiedsrichter Max und die Fans auf dem Hockeygelände ein. Silvina und Nathi werden von Francesco, dem Strippenzieher der Hockeysenioren «Polisportiva Galatea Hockey» angesprochen. Er kenne die beiden von irgendwoher. Es stellt sich heraus, dass er früher mit dem Hockeyclub Villafranca an verschiedenen Seniorenturnieren war und die angesprochenen Damen ebenfalls. Francesco ist übrigens derjenige, der sich stark in Krisengebieten in Afrika engagiert und dort Kindern das Hockeyspiel näherbringt. Er hat im Vorfeld nach nicht mehr benötigtem Hockeyequipment gefragt. Etliche Flying Hoppers haben deshalb Stöcke, Schuhe, Shirts usw. im Gepäck, die sie Francesco übergeben.

Das Aufwärmen auf dem Hockeyplatz, im Hintergrund der Ätna, beginnt. Nach und nach trudeln die Gegner ein, darunter auch zwei junge Mädchen und ein junger Mann. Nach der Mannschafts-besprechung wird das Spiel mit etwas Verspätung angepfiffen. Die Gäste machen von Beginn weg Druck und erzielen in kurzen Abständen vier Tore. In der zweiten Halbzeit brechen die Flying Hoppers etwas ein und kassieren zwei Gegentore. Als Antwort lassen die Flying Hoppers den gegnerischen Torhüter nochmals dreimal hinter sich greifen. Trotz der jungen Unterstützung in den italienischen Reihen gehen die Gäste mit einem Sieg von 7:2 vom Platz. Die Torschützen sind Jerome (Hattrick), Oliver (2 Tore) und Toni (2 Tore). Die Gastgeber laden die Flying Hoppers-Truppe zu einem Grillabend mit Caponata (süsssaures Gemüsegericht), Prosecco, Wein, Bier und sizilianischen Süssigkeiten ein. Bei dieser Gelegenheit überreichen Silvina, Katrin und Nathi den beiden besten Coaches der Welt ein Geschenk: Toni erhält eine personalisierte Trinkflasche und Fedor einen personalisierten Bademantel (Stichwort grosser Koffer von Nathi). Die Coaches und die Schenkenden wissen, weshalb gerade diese Geschenke. Stefan erhält auch ein kleines Geschenk, weil er immer alles im Hintergrund managt: Einen Uniqlo-Gutschein, den er zusammen mit den drei Damen irgendwo auf der Welt einlösen darf. Nino bringt alle sicher zurück in die Stadt, die um Mitternacht immer noch pulsiert. Das veranlasst auch einige Flying Hoppers, in die Innenstadt zu ziehen und den Abend/die Nacht mit einem Drink ausklingen zu lassen. Es winkt dank der Umstellung auf die Winterzeit eine Stunde mehr!

Den Sonntag, 26. Oktober 2025, lassen die meisten ruhig angehen und geniessen das Zmorge im Hotel. Einige gehen nach dem Auschecken aus dem Hotel wieder in die Stadt, um Einkäufe zu tätigen (Fedor wird fündig und hat ein Geburtstagsgeschenk für seine Frau gefunden; leider fällt dieses etwas kleiner aus, da in seinem Koffer aufgrund des Bademantels nicht mehr so viel Platz vorhanden ist). Das Warenhaus La Rinascente (Vorbild für den Globus in der Schweiz) wird erkundet, der im Umbau befindliche Legoshop wird gesucht und Zmittag gegessen.

Das zweite Spiel gegen Polisportiva Galatea Hockey ist auf 16 Uhr angesetzt. Die Gegner haben für dieses Spiel aufgerüstet. Der junge Spieler hat sich verdoppelt und es sind einige junge Spielerinnen mehr auf dem Platz. Die erste Halbzeit spielen die Flying Hoppers gegen die Sonne. Das Spiel präsentiert sich zu Beginn ausgeglichen, bis die Gäste zuschlagen. In kurzen Abständen erzielen Silvina, Oliver und Jerome je ein Tor. Leider sind sämtliche Penalty Shootout, die die Flying Hoppers einfordern, nicht von Erfolg gekrönt. Die Gastgeber erhöhen zudem den Druck und erzielen ihrerseits zwei schöne Tore aus dem Spiel heraus. Torschütze ist übrigens der Gegenspieler von Nathi, dem sie am Abend zuvor den Ball an die Hand geschossen hat und im Sonntagsspiel mit dem Schuh auf die bereits lädierte Hand gestanden ist. Katrin (!) wird vom italienischen Schiedsrichter ermahnt, dies wegen Anrempelns des Gegenspielers. Die Mannschaft aus Catania legt mit zwei Toren nach. Schlussstand ist ein verdientes 4:3 für die Gastgeber. Für den offerierten Prosecco nach dem Spiel bleibt nicht mehr viel Zeit. Toni und Fedor verleihen den Spieler Award. Als Torschützenkönig erhält Jerome einen Melonenlikör, Oliver als Youngstar erhält eine Flying Hoppers-Cap und Nino, der Carchauffeur, bekommt eine Flasche Rotwein. Nino drängt zum Aufbruch, weil es Zeit ist, um zum Flughafen zu fahren.

Fabian, Jessica, Jerome, Laura, Lieke und Max werden an Ort und Stelle verabschiedet, sie bleiben ferienhalber auf Sizilien. Am Flughafen Catania-Fontanarossa angekommen, heisst dies, von Juliane, Wolfgang und Manfred Abschied zu nehmen. Sie werden von Nino nach Palermo gefahren, um von dort nach Nürnberg zurückzufliegen.

Der Flug mit Edelweiss verläuft ruhig. Silvina, Katrin, Stefan und Nathi werden wieder von dem einen Passagier aus der Businessclass verwöhnt, dieses Mal jedoch nicht mit Champagner, sondern mit Prosecco. Aber wie sagt man? Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul!

Am Flughafen Zürich-Kloten verabschieden sich die Flying Hoppers voneinander und schwören feierlich, an der nächsten Reise wieder dabei sein zu wollen. Apropos nächste Reise: Wohin geht es nächstes Jahr, Stefan?

Herzlich, Nathi

An der Reise teilgenommen haben: Annika (schwedischer Ruhepool), Bruno (Dr. Taube), Fabian (österreichischer Blitz), Fedor (best Coach ever), Guido (Schoggikönig), Irena (bringt Willys Kreditkarte zum Glühen), Jerome (französischer Charmeur), Jessica (keine Metallica-Kennerin), Jochen (Neo Papi), Juliane (Namensgenie), Katrin (Duracell-Häschen), Laura (Ferien-Unterbrechende), Lieke (Max’ Sekretärin), Manfred (Wolfgangs Chauffeur), Manuela (stylische Frisur-Trägerin), Max (Schiedsrichter), Nathi (Prosecco addicted), Oliver (Toni Düsentrieb 2.0), Patrick (aktueller Transportchef), Reini (Problemlöser), Retus (Fleischthekenliebhaber), Silvina (Beobachterin), Smilla (Mini-FH), Stefan (Organisationstalent), Toni (Toni Düsentrieb), Vera (Baby-Flüsterin), Willy (Augenverdreher; siehe Irena), Wolfgang (nichts aus der Ruhe bringender Spieler).

Wetter: Freitag, 24° C, sonnig, Samstag, 27° C, sonnig, Sonntag, 30° C, sonnig.